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Künstlerpaar aus Thüringen in der Kunststation Kleinsassen

Große Leinwände, kräftige Farben und skurrile Figuren mit dem Hauch vergangener Jahrhunderte prägen die Ausstellung. Mit den Gemälden sowie den dazugehörigen Zeichnungen korrespondieren Metallhohlplastiken. Schöpfer dieser surrealen, magisch und phantastisch anmutenden Bilderwelt sind Alexandra Müller-Jontschewa und Hans-Peter Müller aus Thüringen. Sie gehören zur zweiten Generation der so genannten „Leipziger Schule“ und pflegen ein breites künstlerisches Ausdrucksfeld. Ihre figürlich-realistische Bildsprache beinhaltet eine umfangreiche Symbolik, die eine lange kunstgeschichtliche Tradition aufweist. Für sie gehören mythische Themen untrennbar zum Mensch-Sein: die Suche nach beständigem Glück, intensiver Liebe, immer währender Jugend, ewigem Leben, vollkommener Erkenntnis, universelle Freiheit.
Der Mensch als Marionette oder die Marionette Mensch hat viele Facetten bei Alexandra Müller-Jontschewa. Sie zeigt den Menschen als Werk- oder gar als Spielzeug anderer. Sein Schicksal bewegt sich zwischen Entmündigung, Nutzlosigkeit und der Illusion von Freiheit, zwischen Hoffnung, Streben nach Glück und Resignation. Vor einer ästhetisch gefälligen Kulisse in einem detailbetonten, narrativen Malstil lauert der Verfall der modernen und zugleich morbiden Zivilisation. Von vielen Motiven existiert je ein Gemälde und eine Zeichnung mit spitzem Stift. Bilder von schäumendem Meerwasser entführen das Auge in abstraktere Kompositionen.

Hans-Peter Müller entdeckte für sich in den klassischen Mythen und deren historischen Varianten das symbolisch verdichtete Sinnbild, oft in monumentaler Bildsprache gestaltet. Er konzentriert sich auf eine monochrome Malweise. Durch die Grisaille-Technik, dem Verwenden nur einer Farbe und das Wechselspiel von hell und dunkel in verschiedenen Nuancen, gewinnen die Figuren Plastizität. In Gemälden mit religiösen Themen und architektonischen Strukturen verfolgt er einen Stil der „gemalten Skulptur“. Auch in seinen Metallhohlplastiken aus Kupfer findet sich das Prinzip des Torsos.

 

 

 

 

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