Informationen
„Jeder Mensch ist für einen anderen geboren“, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Einer aber ist für alle geboren – und gestorben: Jesus Christus. Der Geschichte rund um seine wunderbare Geburt widmet sich derzeit eine ganz besondere Ausstellung im Gelnhäuser Heimatmuseum: 200 Krippen aus aller Welt sind dort zu sehen und zeigen, wie sich Gläubige in Afrika und Lateinamerika künstlerisch der Weihnachtsgeschichte genähert haben.
Bis zum 6. Februar 2012 zeigt das Museum diese einzigartige Sammlung.
Geschnitzte Krippenfiguren sudanesischer Flüchtlinge, tönerne Hirten aus Bolivien und eine Malerei auf Kürbis aus Äthiopien gehören genauso zu den Exponaten wie eine kunterbunte bolivianische Krippe mit dem Titel „Freude über die Geburt Jesu“, farbige Weihnachtsszenen auf Wandbehängen (ebenfalls aus Bolivien) und die wollfilzene Darstellung „Der Engel des Herrn“ aus dem Himalaya. Ihren tiefen Glauben, aber auch einschneidende Ereignisse aus der Geschichte ihrer Völker ließen die Künstler in ihre Werke einfließen. Zum Beispiel in der Gegenüberstellung zweier Einbäume aus Ebenholz: Einer stellt eines von vielen Sklavenschiffen dar, in denen die Kenianer einst ihren arabischen Herren dienen mussten. Im zweiten Einbaum sind die filigran geschnitzten Figuren von ihren Ketten befreit und sitzen um das Jesus-Kind herum. „Diese Veränderungen zwischen den beiden Einbäumen zeigen, die ehemaligen Sklaven haben sich nicht nur aus der Gefangenschaft befreit, sondern sich darüber hinaus weiter entwickelt. Das Krippenboot gilt als Darstellung der ersten katholischen Gemeinde in Mombasa“, berichtet Museumsleiterin Simone Grünewald. Sie weist augenzwinkernd auf die künstlerische Freiheit des kenianischen Künstlers hin: „Ochse und Esel hat er durch Wasserschweine ersetzt“.
So unterschiedlich die Motive der Krippenausstellung, so unterschiedlich auch die Werkstoffe: Neben Objekten aus Ebenholz, Wollfilz und Ton finden die Besucher auch ein Wandtuch aus gestampfter Baumrinde, einem Material, aus dem die Menschen in Tansania früher auch Kleidung herstellten.
Die außergewöhnliche Sammlung gehört dem evangelischen Pfarrer Willy Schneider (Schwarzwald), der seit 45 Jahren in Afrika als Missionar, Helfer in Krisengebieten und in dem kenianischen Waisenhaus „Malaika“ in der Nähe des Victoriasees arbeitet. Dort sorgt er für mehr als 200 Waisenkinder, gibt ihnen ein Zuhause, Nahrung, Ausbildung und Wärme. Willy Schneider und seine Frau Asuna kaufen örtlichen Künstlern immer wieder ihre Werke ab, darunter Krippen, und helfen ihnen so, sich eine Existenz aufzubauen.
Der Eintritt in die Ausstellung beträgt 3 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder. Die Hälfte des Eintritts kommt dem Waisenhaus „Malaika“ zu. „Malaika“ heißt übrigens Engel. „Eine gleichnamige Familie besuchte am Sonntag die Ausstellung und war so begeistert, dass sie nun eine Patenschaft für ein Kind im Waisenhaus übernehmen möchte“, berichtet Simone Grünewald.
Die Ausstellung ist montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr, samstags von 9 bis 12 und 14 bis 16.30 Uhr sowie sonntags von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet.
Während des Weihnachtsmarktes bis Sonntag, 11. Dezember, zeigt das Museum die Ausstellung jeweils sogar bis 21 Uhr. Am 10. und 14. Dezember lädt das Museum zu „Krippe-Nächten“ bis 22 Uhr ein. Um 21 Uhr beginnen an diesen Tagen Taschenlampenführungen. Weitere Informationen unter 06051/830300.
Anfahrt
Werbung










Kommentare