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Das Ausstellungsprojekt „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“ spürt den lebendigen Momenten des Aushandelns normativer Ordnungen im öffentlichen Raum nach. Ausgangspunkt ist die interdisziplinäre Betrachtung und Analyse ästhetischer Ausdruckformen zum Thema „Demonstrationen“ – von historischen und zeitgenössischen Gemälden, Grafiken und Fotografien über Installationen, Video- und Soundarbeiten bis zu Performances. Zu sehen sind die Werke von rund 40 internationalen Künstlern. Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches wissenschaftliches Rahmenprogramm begleitet.
Das groß angelegte Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Frankfurter Kunstverein und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Es beginnt am 20. Januar und geht bis zum 25. März. Hauptveranstaltungsort ist der Frankfurter Kunstverein.
Zentrales Anliegen beider Kooperationspartner ist es, gesellschaftliche Prozesse und Zustände zu reflektieren und dabei den institutseigenen Kontext zu erweitern. „Auch Kunstvereine sind Orte, an denen Auseinandersetzungen um normative Ordnungen stattfinden, etwa wenn es darum geht, was Kunst ist, was Kunst sein darf oder was sie sein soll“, so Holger Kube Ventura, Direktor des Frankfurter Kunstvereins. „Die Ausstellung möchte den Wandel der kommunikativen Auseinandersetzung um normative Ordnungen im öffentlichen Raum sowohl aus zeitgenössischer als auch aus historisch-ideengeschichtlicher Perspektive in den Blick nehmen. Sie bezieht dabei künstlerische Projekte ein, die selbst in Form von öffentlicher Kommunikation bestehen oder ihr Publikum zum Akteur und Mitgestalter werden lassen“, erläutert Kube Ventura weiter die Stoßrichtung des Projekts.
Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters, freut sich über die fruchtbare Zusammenarbeit des 2007 gegründeten interdisziplinären Forschungsverbunds mit dem Frankfurter Kunstverein: „Für das Werden normativer Ordnungen spielen Umbruchsprozesse und zugehörige Bilder, Erzählungen oder Fakten, die Begründungen liefern oder in Frage stellen, eine wichtige Rolle“, erklärt er. „Ausstellung und Performances werden das sichtbar machen, während wir das ambitionierte Projekt um unseren wissenschaftlichen Blick auf die Erforschung sozialer Regeln, Normen und Institutionen erweitern werden und dabei selbst von der Ausstellung lernen wollen.“
Ausgehend von der facettenreichen Bedeutung des lateinischen Begriffs „demonstrare“ – vom bloßen Akt des Aufzeigens über die wissenschaftliche Beweisführung bis hin zum Massenprotest auf der Straße – setzt die Ausstellung historische Werke mit zeitgenössischen Arbeiten in einen Dialog. Zentral sind dabei die Vielfalt künstlerischer Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Umbrüchen und der Widerhall, den politische Ereignisse in ästhetischen Werken erzeugen. Im Ausstellungsparcours werden Aspekte von Bewegung und Blockade, Zeigen und Repräsentieren, Zweifeln und Legitimieren genauer untersucht.
Als wichtiger Bestandteil der Ausstellung finden die zahlreichen Performances im Frankfurter Kunstverein, im Stadtraum und an anderen Veranstaltungsorten in Frankfurt statt. Sie sollen Rituale, Verhaltenskodizes und Demonstrationsformen erkunden. So ruft beispielsweise der griechische Künstler Yorgos Sapountzis gleich zu Beginn der Ausstellungslaufzeit in „Die Herausberufenen“ zu einer Erkundung des öffentlichen Raumes zwischen Kunstverein, Römer und Paulskirche auf. Die Hamburger Aktivisten Schwabinggrad Ballet erproben mit einer Versammlung auf dem Vorplatz der EZB Formen der griechischen Basisdemokratie, während der italienische Künstler Marcello Maloberti seine Teilnehmer zu einer absurden Parade durch die Frankfurter Innenstadt einlädt. Anna Mendelssohn versammelt in ihrer eindringlichen Performance „Cry Me A River“ verschiedene Stimmen zum Klimawandel.
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