Informationen
Antike Silberfunde und -schätze belegen die uralte Begeisterung für Tafelsilber. Noch heute zeugen silberne Tafelaufsätze, Leuchter, Teeservices und Bestecke vom Glanz vergangener Zeiten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind mit Rosen verzierte Kuchengabeln, Tortenheber und Löffel der letzte Schrei. Heute muten sie uns unzeitgemäß an. Grund genug einmal genauer hinzuschauen.
Die Ausstellung beschreibt einen Bogen von antiken Silberschalen und Bechern aus dem Hildesheimer Silberfund (um Christi Geburt), über das Tafelsilber wohlhabender Bürger mit schimmernden Kannen, Kandelabern und Kelchen ( 19. Jahrhundert) bis zur Sammlung von Johanna Gehrlein. Vom Sardinenheber bis zur Zuckerzange hat sie sich ganz den Rosenbestecken (20. Jahrhundert) verschrieben. Bestecke mit Rosenmotiven unterschiedlicher Hersteller hat die Sammlerin zusammengetragen, sie hat die Geschichte der Herstellungsbetriebe erforscht und in einem Katalog dokumentiert. Schließlich zeigen wir den Silberschatz einer Bad Nauheimer Bürgerin, die über viele Jahre Rosenbestecke für ihre Aussteuer geschenkt bekam.
Die Arbeiten vor drei Künstlern flankieren das auf einer Tafel präsentierte Silber. Günter Derleth hat geheimnisvolle Fotos von der Ruta de la Plata - dem spanischen Silberweg - aufgenommen. Sein Blick durch die Camera obscura auf karge spanische Landschaften gibt dem ausgestellten Silber Bodenhaftung, denn die Gewinnung des Edelmetalls, sein Transport und die Verarbeitung haben mit festlichem Tafelsilber wenig gemein.
Von Gabriela Horcher zeigen wir Essplatz, eine Stuhl-Besteck-Kombination der eher ungewöhnlichen Art.
Der Film von Gabriele Schwark Werkstatt Ehrlich dokumentiert den letzten Tag in einer Hanauer Silberschmiede. Ein Abgesang auf ein einstmals florierendes Handwerk.
Lesestation und Sprichwörterwand bieten weitere Aspekte des Silbers. „ Dem ist Silber willkommen, dem Gold mangelt“ scheint in Zeiten der Finanzkrise aktueller denn je.
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