04 Januar, 2012 - 0 Kommentare, 190x gelesen | 190x gelesen
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Frankfurt am Main - Ich als Text

Literarischer Jahresauftakt mit Poetikdozent Thomas Meinecke


Zu Beginn des Jahres 2012 wartet die Frankfurter Stiftungsgastdozentur für Poetik mit einem besonderen literarischen Ereignis auf: Thomas Meinecke wird ab dem 10. Januar 2012 an fünf aufeinanderfolgenden Dienstagabenden an der Goethe-Universität die renommierten Frankfurter Poetikvorlesungen halten.

Dabei wird er Studierenden und literarisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern seine Perspektive auf die Grundlagen und Bedingungen zeitgenössischen literarischen Schreibens darlegen. Veranstaltungsort ist der inzwischen als "Poetik-Hörsaal" etablierte Raum HZ 2 im neuen Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18.15 Uhr.

Der 1955 in Hamburg geborene Meinecke ist ein engagierter und vielseitiger Künstler, der als Schriftsteller, Musiker und Diskjockey gleichermaßen Beachtung findet. Seiner Vorlesungsreihe hat Meinecke den Titel „Ich als Text" gegeben – eine Reminiszenz an einen älteren Song seiner Band F.S.K. (ehemals Freiwillige Selbstkontrolle) und zugleich eine prägnante Beschreibung seines künstlerischen Programms, hinter dem ein entschieden postmodernes Literaturverständnis steht: Hörspiele und Texte wie die Prosasammlung „Mit der Kirche ums Dorf"(1986), die Erzählung „Holz" (1988) und die Romane „Tomboy"(1998) und „Jungfrau" (2008) sowie der unlängst erschienene Roman „Lookalikes" (2011) sagen sich von klassischen, auf eine übergeordnete Geschichte ausgerichteten Erzählstrukturen los. Stattdessen bevorzugen sie Kompositionsprinzipien, die einen collageartigen und eher diskursiv-polyphonen Charakter haben.

Es liegt nahe, hier den Diskjockey am Werk erkennen zu wollen, der die Grundlagen seines Fachs, also das Mixing, Remixing und Sampling von den turntables auf die Literatur überträgt. Meinecke wird diesen Aspekt seiner schriftstellerischen Arbeit dezidiert erörtern und zu diesem Zweck auch – ein Novum in der über 50-jährigen Geschichte der Frankfurter Poetikvorlesungen – einen Plattenspieler am Katheder installieren. Neben den Kernthemen Musik und Pop-Kultur werden Reflexionen über Identität und Originalität sowie über Macht und Widerstand den Referenzrahmen für Meineckes Vorträge bilden.

Die Frankfurter Poetikvorlesungen wurden 1959 vom Verlag S. Fischer in Form einer Stiftungsgastdozentur eingerichtet. Von 1963 an trugen und prägten der Suhrkamp Verlag sowie die Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität die renommierte Institution. Seit 2011 steht hinter der Stiftungsgastdozentur für Poetik ein Konsortium, das neben der Goethe-Universität aus den Verlagen S. Fischer, Schöffling & Co und Suhrkamp, den Freunden und Förderern der Goethe-Universität, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt sowie dem Literaturhaus Frankfurt besteht.

Informationen:

Prof. Susanne-Komfort-Hein und Christian Buhr (M.A.), Stiftungsgastdozentur für Poetik, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Campus Westend, Tel.: (069) 798- 32855; poetik@lingua.uni-frankfurt.de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City" auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.




Von meinJournal



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