13 Januar, 2012 - 0 Kommentare, 97x gelesen | 97x gelesen
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Frankfurt am Main - MMK Talks

Abschluss der Reihe Museum Public


Den Abschluss der international beachteten Veranstaltungsreihe „MMK Talks“ zum Thema Museum Public bilden zwei kurz aufeinanderfolgende Diskussionsrunden, die nach dem Museum als Ort gesellschaftlicher Realität und dem Museum aus Sicht des Künstlers fragen.

The Museum as Producer of Social Reality
Der erste Talk „The Museum as Producer of Social Reality" am 17. Januar um 19 Uhr diskutiert die Funktion des Museums für Gegenwartskunst als jenen Ort, der nicht nur die Gesellschaft spiegelt, sondern auch über seine Öffnung hin zu partizipativen Formen der Kunst und ihrer Vermittlung selbst zunehmend gesellschaftliche Realitäten produziert. Wie schreiben sich Museen heute und in Zukunft in den sozialen Kontext einer Stadt ein? Wenn diese Formen der Kunstproduktion jederzeit und überall unabhängig von Institutionen und Öffnungszeiten stattfinden können, welche Rolle kommt dem Ort des Museums noch zu?
Die Gäste des Abends – Claire Bishop (Kunstwissenschaftlerin, New York) und Phil Collins (Künstler, Berlin) – diskutieren mit Moderator Nikolaus Hirsch (Städelschule/Portikus) verschiedene Modelle und Versuche der Kunstproduktion jenseits von Ausstellungskontexten und hinterfragen das Verhältnis zwischen Museum und Öffentlichkeit.

Claire Bishop ist Associate Professor für Kunstgeschichte an der City University of New York. Sie setzt sich in ihren Publikationen und Texten mit Kunst auseinander, die aus sozialen Kontexten heraus motiviert ist und schreibt über Künstler, die ein produktives und diskursorientiertes Verhältnis zwischen Kunst und Publikum herzustellen versuchen.
Der britische Künstler Phil Collins arbeitet mit den Medien Film und Fotografie. Er beschäftigt sich mit gesellschaftspolitischen Zusammenhängen und dem Konfliktpotential innerhalb sozialer Gemeinschaften. In Berlin-Neukölln eröffnete er mit drei Partnern jüngst eine Bar, in der das Zusammentreffen verschiedener gesellschaftlicher Realitäten forciert werden soll.

The Artist Museum
Künstler haben sich seit Beginn der Moderne immer wieder intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, was ein Museum ausmacht: Welche Rolle spielt es bei der Definition und Vermittlung von Kunst, wie verändert es deren Bedeutung, was macht eine Sammlung aus? Wie sähe ein ideales Künstlermuseum aus? Kann das Museum selbst ein Kunstwerk sein? Pedro Reyes (Künstler) und Thomas Kellein (Direktor Chinati Foundation, Marfa, Texas), die sich mit diesen Überlegungen in ihrer Arbeit auseinandersetzen, diskutieren gemeinsam mit Nikolaus Hirsch (Direktor Städelschule/Portikus) am 24. Januar um 18 Uhr über das Thema „The Artist Museum".

Pedro Reyes arbeitet an den Schnittstellen von Bildender Kunst, Architektur, Design und Film. 1996 gründete er den Ausstellungsraum „Torre De Los Vientos" in Mexico City als Ort der Vermittlung von Ideen und sozialer Kritik und betrieb ihn bis 2002. An seine Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Systemen knüpft Reyes seine Arbeit und kritische Hinterfragung.
Thomas Kellein ist seit 2011 Leiter der Chinati Foundation, die 1987 von Donald Judd (1928–1994) gegründet wurde. Das auf 140 Hektar Grund installierte Museum in der texanischen Wüste widmet sich vorwiegend dessen eigenem Werk, zeigt aber auch Installationen von Künstlerkollegen wie John Chamberlain, Dan Flavin, Claes Oldenburg. Heute haben in Marfa auch junge Künstler die Gelegenheit, im Rahmen eines Artist-in-Residency-Programms ihr Werk weiterzuentwickeln und auszustellen. Kellein berichtet vom Umgang mit Judds Idee des Museums und seinem Vermächtnis.

Eine Kooperation von Städelschule und MMK Museum für Moderne Kunst.

Die MMK Talks finden in englischer Sprache statt.
Eintritt frei.

Die Reihe wird gefördert durch die Deutsche Bank Stiftung.




Von meinJournal



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