Premiumwanderweg soll Urlauber in den Main-Kinzig-Kreis locken
Die Markierungsarbeiten für den ersten Premiumwanderweg im Spessart sind weitgehend abgeschlossen. Das Team um Fritz Dänner, Geschäftsführer des Naturparks Hessischer Spessart, hat bereits über 2.000 Schilder mit dem dreifarbigen Erkennungszeichen entlang der rund 80 Kilometer langen Route befestigt. Anfang Mai soll der „Spessartbogen“ als einzigartige Tourismusattraktion für den Main-Kinzig-Kreis fertig gestellt sein.
„Einen Wanderweg dieser Qualität gab es bisher nicht in unserer Region”, verweist Landrat Erich Pipa auf die besonderen Anforderungen an das vor rund zwei Jahren gestartete Projekt. Mehrere Monate lang hat eine Arbeitsgruppe mit Unterstützung des Verbandes SPESSARTregional die Vorbereitung und sorgfältige Feinplanung übernommen. Mehr als 30 wesentliche Qualitätskriterien müssen erfüllt werden, um am Ende das „Deutsche Wandersiegel" zu erhalten.
Fachliche Beratung lieferten die Experten vom „ProjektPartner Wandern" aus Marburg, Rainer Brämer und Mathias Gruber. Sie zeigten sich begeistert, wie vielfältig die gut 80 Kilometer lange Route zwischen Schlüchtern und Langenselbold gestaltet werden konnte. Denn Wanderer wollen vor allem Abwechslung, Atmosphäre, Aussichten und Gewässer.
„Daher wurde die ausgewählte Strecke über weite Teile entlang des Waldrandes, über Wiesen und Bachläufe geführt", erläutert Fritz Dänner. So erleben die Wanderer alle zwei bis drei Kilometer neue Eindrücke in reizvoller Umgebung. Zahlreiche landschaftliche Besonderheiten und attraktive Aussichtspunkte wurden in die Route eingebunden.
Ein Beispiel ist die seltene Heidefläche auf dem Stackenberg bei Mernes. Hier besuchte Landrat und Tourismusdezernent Pipa bereits im Herbst einige Helfer bei den Markierungsarbeiten. Dabei zeigte er sich beeindruckt von dem tollen Fernblick aus fast 470 Metern Höhe. „Ich bin überzeugt, dass dieser ausgezeichnete Premiumweg in kurzer Zeit ein neues Markenzeichen für unseren Main-Kinzig-Kreis wird", betonte er. Zielgruppe sind die rund 40 Millionen Wanderer in Deutschland, die künftig den hessischen Spessart für sich entdecken sollen.
Dafür wird in den kommenden Monaten kräftig die Werbetrommel gerührt. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen zur Fertigstellung der Prospekte, Broschüren und Wanderkarten sowie zum Aufbau eines umfassenden Internetauftrittes. Schon in wenigen Wochen soll der erste Flyer vorliegen und tausendfach verteilt werden. Finanziert werden die Marketingmaßnahmen zu einem großen Teil aus Fördermitteln.
„Wir wollen noch vor der Wächtersbacher Messe die offizielle Eröffnung feiern", kündigt Landrat Pipa an. Dabei wird der „Spessartbogen" ergänzt durch ein attraktives Angebot der Hotel- und Gaststättenbetriebe. Außerdem sollen die so genannten „Spessartfährten" den Premiumwanderweg mit interessanten Rundwanderrouten ergänzen.
Der geplante Verlauf des „Spessartbogens": Vom Schlüchterner Bahnhof für der künftige Wanderweg ein Stück durch das Kinzigtal, um dann Richtung Hohenzell und Weiperz abzubiegen. Hier sind Kalkformationen und ein einzigartiger Blick auf die Rhön zu erleben. Vorbei am Parkplatz Willingsgrundweiher und den Lebensraum der Biber geht es am Naturschutzgebiet Ratzerod und entlang des Rohrbaches zur Jossa bei Marjoß. Vorbei am Merneser Stackenberg führt der Wanderweg durch ausgedehnte Waldflächen bis in das Haseltal und in die Kurstadt Bad Orb. Am Weg liegen der Sölchesweiher, eine Kneipanlage sowie Sandsteinbrüche. Von Bad Orb verläuft die Route zu den Wochenendhäusern bei Kassel und durch das Biebertal und am Lützelbach entlang zur Breitenborner Höhe und weiter zur Jugendherberge Geislitz. Am Rand von Waldrode bietet sich ein weiterer spektakulärer Ausblick. Die nächsten markanten Stellen sind der Parkplatz Gondelteich, der Fernblick (Aussichtsturm) bei Neuses und die Mariengrotte bei Somborn. Ein Stück auf der Birkenhainer Straße und vorbei am Hof Trages geht es weiter über den Waldspielplatz „Dicke Tanne" und den Buchberg zum Bahnhof Langenselbold.
Von meinJournal









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