20 Januar, 2012 - 0 Kommentare, 136x gelesen | 136x gelesen
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Erfurt

Sarah Wiener Stiftung kürt den „Bio-Hof des Jahres”


Der NaturErlebnisHof Hausen im Wipfratal bei Erfurt ist "Bio-Hof des Jahres 2011". Die Sarah Wiener Stiftung prämiert mit diesem Titel einen der Bio-Bauernhöfe, den die Stiftung im Rahmen des Projektes „Öko-Landbau zum Anfassen" mit Kindern besucht hat. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Sarah Wiener, Parlamentarischer Staatssekretär Peter Bleser (BMELV) und Corinna Dahmen (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, BLE) zeichnen die Betriebsleiter des NaturErlebnisHofs Hausen, Christina Peters und Ralf Demmerle, am Samstag, den 21. Januar 2012 um 11.00 Uhr im Rahmen der Internationalen Grünen Woche aus. Die Preisverleihung findet auf der Bühne der BMELV-Sonderschau in Halle 23a statt und wird von Marco Seiffert (rbb) moderiert.
Am selben Tag um 14.00 Uhr wird der prämierte Hof auch nochmals ausführlich am BÖLN-Stand in der BioMarkt-Halle (Halle 6.2a, Stand 102) vorgestellt.
Der NaturErlebnisHof Hausen wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sarah Wiener Stiftung unter 28 besuchten Bauernhöfen zum Sieger gekürt. Die Auswahl erfolgte anhand eines zuvor festgelegten Kriterienkatalogs. Den Ausschlag für die Wahl des NaturErlebnisHofs Hausen gaben unter anderem das außerordentliche Engagement des Betreiber-Ehepaars und die besondere Güte des pädagogischen Programms. Der NaturErlebnisHof Hausen gehört auch zum Netzwerk Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau.


Projekt „Öko-Landbau zum Anfassen"

Die Sarah Wiener Stiftung organisiert rund 100 Bauernhoffahrten im Jahr, an denen insgesamt etwa 3000 Kinder teilnehmen. Bei den Fahrten zu den Bio-Bauernhöfen erleben die überwiegend urban geprägten Kinder – meist aus sozialen Brennpunktschulen – wie Lebensmittel erzeugt werden, was eine vielfältige, biodiverse (ökologische) Landwirtschaft ausmacht, was ein gesunder, fruchtbarer Boden ist, wie Brot gebacken wird, wie Tiere artgerecht gehalten werden etc. So verstehen die Kinder den Unterschied zwischen industriell stark verarbeiteten Fertigprodukten und unverarbeiteten Lebensmitteln, die frei von Zusatz- und Aromastoffen sind. Die Exkursionen stellen eine Ergänzung der jeweils dreimonatigen Kochkurse der Sarah Wiener Stiftung dar, bei denen Kinder die Zubereitung gesunder Lebensmittel erlernen.
Der Sieger: NaturErlebnisHof Hausen – Bio-Hof des Jahres 2011
Ziel der Hoffahrten der Sarah Wiener Stiftung ist es, den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung darzustellen. Das heißt, die teilnehmenden Kinder erleben bei den Hoffahrten, woher die Lebensmittel kommen. Bei der Auswahl des „Bio-Hof des Jahres 2011" stand dieser Aspekt im Mittelpunkt: Welche Höfe waren in der Lage, diesen Zusammenhang besonders anschaulich, eindrucksvoll und nachhaltig für die beteiligten Kinder zu vermitteln?

Der NaturErlebnisHof Hausen erfüllt hier in beeindruckender Weise alle Kriterien, die die Sarah Wiener Stiftung für die Bewertung einer Hoffahrt entwickelt hat:

- Beteiligungsorientierung: Die Kinder werden aktiv in die Arbeit auf dem Hof einbezogen, so dass sie direkt erfahren können, wie Lebensmittel erzeugt werden (z. B. Programm „Vom Stall zur Bratwurst", in dem die Kinder jeden einzelnen Schritt von der Fleischvorbereitung bis zur fertigen Bratwurst selbst durchführen).

- Verknüpfung von Theorie und Praxis: Theoretisches Wissen beispielsweise zur Ernährung wird fast beiläufig in den einzelnen Arbeitsgruppen vermittelt (z. B. beim Brötchenbacken). Die gemeinsame Arbeit, Beobachtung und Reflektion greift so stark ineinander, dass zu keinem Zeitpunkt der Eindruck von „Unterricht"
entsteht. Die Kinder entwickeln im Laufe dieses Prozesses selbst Fragen, die dann gemeinsam beantwortet werden.

- Anschaulichkeit: Themen wie ökologischer Landbau, artgerechte Tierhaltung, Naturschutz werden sehr anschaulich vermittelt. Auf eine „klassische" Führung wird verzichtet. Die Kinder erschließen sich alle relevanten Fragen während des eigenen Tuns.

- Direkter Kontakt zu den Tieren: Die Tiere des Hofs können beobachtet, gefüttert, angefasst, gestreichelt werden. Besonders eindrucksvoll für die Kinder sind hier die mächtigen Wasserbüffel.

Die Besonderheit der pädagogischen Arbeit des NaturErlebnisHofs Hausen macht vor allem aus, dass neben dem hohen Grad an Selbstbeteiligung auch theoretisches Wissen über Anschaulichkeit und Handlungsorientierung für Kinder wirklich verständlich und einprägsam vermittelt wird. Die Kinder werden dabei unterstützt, sich Wissen durch Beobachtung, Erfahrung und Reflektion selbst zu erschließen.
Auf dem NaturErlebnisHof Hausen wird Landwirtschaft, Naturschutz und Bildung als Einheit begriffen und gelebt. Die Säulen des Betriebes – Landwirtschaft und pädagogische Arbeit sowohl mit Kindern als auch Erwachsenen – stärken sich gegenseitig. Das Betriebsleiterpaar Christina Peters und Ralf Demmerle gestaltet seine Arbeit mit überzeugender Lebendigkeit.
Dabei bewegen und bewähren sich die beiden in vielfältigen Arbeitsbereichen auf ihrem seit 2003 ökologisch bewirtschafteten Betrieb, der explizit kein reiner Schulbauernhof sein soll. Das ausgewogene Verhältnis von Landwirtschaft und Seminarbetrieb verhindert das Einschleifen von ermüdenden Routinen, die Peters und Demmerle bewusst meiden, um weiterhin mit „Leib und Seele" bei der Arbeit sein zu können.
Weitere Informationen zum Hof findet man unter: www.naturerlebnishof.de oder unter www.oekolandbau.de/verbraucher/demonstrationsbetriebe/demobetriebe-im-portraet/thueringen/naturerlebnishof-hausen




Von meinJournal



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