25 Januar, 2012 - 0 Kommentare, 81x gelesen | 81x gelesen
Drucken Text vergrößern
Frankfurt am Main

Finanzierung der Städel-Erweiterung und Altbausanierung abgeschlossen


Der Städelsche Museums-Verein setzt mit einer Spende von drei Millionen Euro einen glänzenden Schlusspunkt

Einen Monat vor der Eröffnung des Städel-Erweiterungsbaus für die Präsentation der Gegenwartskunst und nach der Wiedereröffnung des sanierten Altbaus Ende 2011 ist die Finanzierung des Gesamtprojekts abgeschlossen. Den Schlusspunkt setzte heute der Städelsche Museums-Verein mit der Übergabe eines Schecks in Höhe von drei Millionen Euro. Das rund 52 Millionen teure Projekt (34 Millionen Erweiterungsbau, 18 Millionen Sanierung des Altbaus) wurde durch die beispiellose Unterstützung von Unternehmen, Stiftungen und zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern zu 50 Prozent (rund 26 Millionen Euro) aus privaten Mitteln und zur anderen Hälfte aus öffentlichen Geldern finanziert. Im Rahmen der vom Städel initiierten Kampagne „Frankfurt baut das neue Städel" fanden in den vergangenen zweieinhalb Jahren zahlreiche Aktionen zur Unterstützung der größten baulichen und inhaltlichen Erweiterung in der knapp 200-jähringen Geschichte des Museums statt.

„Mit dem erfolgreichen Abschluss einer auf vielen Säulen der Gesellschaft ruhenden Finanzierung, insbesondere dem mäzenatischen Engagement der Bürger und Körperschaften der Region Frankfurt/Rhein-Main ist dem Städel ein leuchtendes Beispiel für Kulturfinanzierung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gelungen", betonte Prof. Dr. h. c. mult. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städel Museums.

„Wir sind stolz und glücklich", kommentiert Städel-Direktor Max Hollein die erfolgreiche Finanzierung. „Der unermüdliche Einsatz aller am Projekt beteiligten Kräfte, die große Unterstützung der Bürger, die unternehmerische Verbundenheit sowie ein ausgeprägter politischer Wille haben es möglich gemacht, das Städel Museum ein weiteres Mal maßgeblich weiterzuentwickeln. Wir verstehen diese beispielhafte Unterstützung als Auftrag für die Zukunft der Institution."

Sylvia von Metzler, Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins, zeigte sich hocherfreut, dass die Finanzierung mit der Übergabe der insgesamt drei Millionen Euro, die der Verein für das Städel gesammelt hat, abgeschlossen werden konnte. „Unsere 6.500 Mitglieder haben mit großem Elan mit angepackt und Spenden gesammelt. Darüber hinaus wurden durch das Städelkomitee 21. Jahrhundert zahlreiche neue Werke für die Sammlung der Gegenwartskunst im Städel angekauft. Damit hat der 1899 gegründete Verein als ältester Förderer des Städel einmal mehr sein großes Engagement für das Bürgermuseum demonstriert", sagt Sylvia von Metzler.

Im Zuge der Errichtung des unterirdischen Erweiterungsbaus der Frankfurter Architekten schneider+schumacher, der zusätzliche 3.000 qm Ausstellungsfläche bietet, wurde der Altbau des Städel (Main- und Gartenflügel) einer Generalsanierung unterzogen. Die Sammlungen „Kunst der Moderne" und „Alte Meister" konnten im November bzw. Dezember 2011 neu präsentiert werden. Die Kosten der Sanierung betragen 18 Millionen Euro, wovon die Stadt Frankfurt 11,4 Millionen Euro trägt.

Das insgesamt rund 52 Millionen Euro teure Projekt der Städel-Erweiterung und Altbausanierung konnte im Rahmen einer erfolgreichen Private-Public-Partnership mit jeweils hälftiger Finanzierung in nur rund zweieinhalb Jahren Bauzeit realisiert werden.

Die Finanzierung der Städel-Erweiterung

Die Zusage der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, den Neubau mit einer Summe von sieben Millionen Euro zu unterstützen, legte im September 2007 den finanziellen Grundstein für das Erweiterungsprojekt des Städel Museums. Das Frankfurter Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. und die Familie Metzler gaben im September 2008 bekannt, das Städel Museum bei der Realisierung des Erweiterungsbaus mit einer Spende von drei Millionen Euro zu unterstützen. Zu den Hauptförderern des Projekts zählen außerdem KPMG, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft (1 Million Euro), PricewaterhouseCoopers (500.000 Euro), die Deutsche Bank (500.000 Euro), das Immobilienunternehmen Tishman Speyer (500.000 US-Dollar), die Fazit-Stiftung (250.000 Euro) sowie die Royal Bank of Scotland (100.000 Euro).

Große Anerkennung gilt auch den privaten Mäzenen, die das Projekt substanziell vorangetrieben haben. Die Familie Erivan Haub stellte für das Städel die großzügige Summe von 500.000 Euro bereit. Fritz und Waltraud Mayer unterstützten das Haus mit 400.000 Euro und stifteten darüber hinaus wichtige Werke aus ihrer Privatsammlung. Hilmar Kopper und Brigitte Seebacher beteiligten sich mit einer viertel Million Euro, die Ehepaare Josef und Pirkko Ackermann, Carlos und Karin Giersch, Jochen und Brigitte Hückmann sowie die Familie Merz jeweils mit 100.000 Euro am Erweiterungsprojekt. Darüber hinaus wurde die Städel-Erweiterung von privaten Spenderinnen und Spendern, die nicht genannt werden möchten, in Millionenhöhe unterstützt.

Die Finanzierung des Gesamtprojekts wurde ebenso von der öffentlichen Hand mitgetragen. Die Stadt Frankfurt beteiligte sich mit 16,4 Millionen Euro (11,4 Millionen Euro Altbausanierung, fünf Millionen Euro Erweiterungsbau). Für den Erweiterungsbau kamen außerdem aus den Mitteln des Hessischen Sonderinvestitionsprogramms fünf Millionen Euro und aus Haushaltsmitteln des Landes Hessen eine Million Euro hinzu. Im Juni 2009 verlautbarte die Stadt Eschborn, sich mit insgesamt vier Millionen Euro an der Finanzierung des Erweiterungsbaus zu beteiligen.

Spendenkampagne „Frankfurt baut das neue Städel"

2009 wurde eine große Bürgerkampagne entwickelt, die zwei Ziele verfolgte: Interesse und Begeisterung für das Erweiterungsprojekt zu wecken und mithilfe vieler Groß- und Kleinspenden zur Gesamtfinanzierung beizutragen. Unter dem Leitmotiv „Frankfurt baut das neue Städel. Bauen Sie mit!" wurden seit September 2009 unterschiedlichste Maßnahmen durchgeführt, die zum Mitmachen anspornten und Spenden für das Erweiterungsprojekt lukrieren sollten. Zu den herausragenden Projekten der Bürgerkampagne zählten neben zahlreichen sympathischen großen und kleinen Aktionen rund um die gelben Gummistiefel, das Markenzeichen der Kampagne, eine Aktion der Frankfurter Schillerschule, bei der 1.200 Schülerinnen und Schüler über die Versteigerung selbst gemalter Bilder zu jungen Mäzenen wurden, ein von Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung initiierter Benefizabend im Hotel Hessischer Hof mit einem Vortrag des MoMA-Direktors Glenn D. Lowry sowie ein Benefizkonzert mit Diana Damrau, Andrea Marcon und Mitgliedern des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters im Frankfurter Kaiserdom.

Besonders großes Engagement hat der Städelsche Museums-Verein bewiesen, der die Erweiterung mit drei Millionen Euro unterstützte. Die Spende erfolgte dank zahlreicher Beiträge von Mitgliedern, Benefizmitgliedschaften, kreativen Veranstaltungen sowie zweier privater Großspenden in jeweils siebenstelliger Höhe.

Das Städel wurde von Generationen geschaffen. Seit 200 Jahren waren es die Frankfurter Bürger, die Bürger der Region, die das Museum aufgebaut haben – Hand in Hand mit der Stadt Frankfurt und den Unternehmen und Stiftungen der Region. Immer wieder gab es historische Entwicklungssprünge und Chancen für das Museum und seine Sammlung. Einen solchen Quantensprung stellt die Neueröffnung des Hauses dar. „Mit vereinten Kräften wurde ein inhaltlich und räumlich fundamental erweitertes Museum geschaffen", so Hollein, „das im 21. Jahrhundert angekommen ist und mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken kann. Allen, die dazu ihren Beitrag geleistet haben, gilt unser ganz besonderer Dank."

Der Erweiterungsbau wird dem Publikum erstmals am 25. und 26. Februar 2012 im Rahmen von Tagen der offenen Tür präsentiert.




Von meinJournal



Bookmark and Share

 

 

Kommentare

 

 

 

 

Kommentar: