Warhol hält Einzug ins MMK - Aufbau der Ausstellung „Warhol: Headlines“
Die Vielzahl an massiven Transportkisten, die den dritten Stock des MMK Museum für Moderne Kunst füllen, und auf unausgepackte Exponate vermuten lassen, täuschen. Denn fast jede der Kisten ist schon mit dem Aufkleber „Empty" versehen. Die Aufbauarbeiten für die Ausstellung „Warhol: Headlines" (11. Februar – 13. Mai 2012) gehen bereits in den Endspurt.
Von insgesamt 27 Institutionen unter anderem aus den USA, Italien und der Schweiz trafen die Kunstwerke der Pop-Art-Ikone Andy Warhol im MMK ein. Die meisten
der großen Transportkisten, in denen das Klima für mindestens 24 Stunden konstant bleibt, sind bereits ausgepackt. So lehnt „Madonna, I'm not ashamed" von 1985 noch an der Wand und wird bald ihre Papierkopie ersetzen dürfen, die schon seit Tagen ihren Platz
markiert. Das Bild, das Warhol in Zusammenarbeit mit Keith Haring schuf, steht im Kontext des Medienrummels um die ein paar Jahre zuvor entstandenen Nacktfotos des Popstars Madonna.
Doch bevor die großformatigen Gemälde wie „A Boy for Meg" (1962) aus der National Gallery of Art in Washington, „129 Die in Jet" aus dem Kölner Museum Ludwig oder Warhols „Time Capsule", eine Leihgabe des Andy Warhol Museum in Pittsburgh, ihren
Platz in der Ausstellung einnehmen, werden diese von den Restauratoren anhand eines Zustandsprotokolls bis ins kleinste Detail überprüft, um eventuelle Veränderungen zu erfassen.
Warhols Filmarbeiten „Screen Test" von 1964 stellen eine besondere Herausforderung beim Aufbau dar. Die Aufnahmen, die Alan Solomon, den Direktor des Jewish Museum in New York, Grace Glueck, Kunstkritikerin bei der New York Times und den Nouveau
Réalisme-Künstler Arman beim Zeitungslesen zeigen, benötigen auf einer grau angemalten Wand einen strahlend weißen Bespielungsgrund. Unter Einsatz eines Lasers, wird die Abgrenzung der Projektionsfläche bestimmt, in Millimeterarbeit justiert und akribisch abgeklebt, bevor die Malerarbeiten beginnen können.
Bis zur Ausstellungseröffnung durch die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth am 10. Februar um 20 Uhr werden auch die letzten Detailarbeiten beim Ausstellungsaufbau abgeschlossen und die Präsentation für das Publikum zugänglich sein.
Über 100 Arbeiten von Andy Warhol, die sich mit Phänomenen der Massenmedien und des Starkults beschäftigen werden zu sehen sein. Die Kooperationsausstellung mit der National Gallery of Art in Washington, dem The Andy Warhol Museum in Pittsburgh und der Galleria nazionale d'arte moderna in Rom beleuchtet Warhols Faszination und seinen kritischen Umgang mit den zeitgenössischen Medien. Andy Warhol konzentrierte sich immer wieder auf Sujets der Popkultur, sammelte Comics, Zeitungsausschnitte sowie Pressebilder aus Tageszeitschriften, Kinoheften und Flugblättern. Die Ausstellung zeigt, wie der Künstler die für sein Werk zentralen Themen Starkult, Tod, Katastrophen und zeitgenössische Ereignisse aus den Medien aufgriff und deren Darstellung in seinen Werken zuspitzte. Das kritische Interesse Warhols richtete sich dabei sowohl auf Mechanismen der Massenmedien als auch auf die Vermarktung individueller Schicksale in der Presse.
Neueste Forschungen zu Andy Warhols intensiver Auseinandersetzung mit den Printmedien bilden die Grundlage der Ausstellung, die diesen zentralen Aspekt im Werk des bedeutenden Pop Art Künstlers erstmals umfassend würdigt.
Von meinJournal









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