Trotz Sprachproblemen erfolgreich Gefahren vermeiden
Mit einem neuen Informations-Faltblatt hilft StadtteilBotschafter Marco Ferreira (24) Worte zu finden, wenn es brennt
Sprachliche und kulturelle Schwellenängste machen es Angehörigen von Zuwandererfamilien oft schwer, in Notfallsituationen sicher zu handeln. Immer wieder kommt es dadurch zu Unfällen, die vermeidbar gewesen wären. Beispiele sind schwere Brände mit Todesopfern, wie sie sich in jüngerer Vergangenheit in Ludwigshafen und Berlin ereigneten. Als Reaktion wurden in diesen Städten Informationskampagnen zum Thema Brandschutz gestartet, die sich gezielt an Zuwanderer wenden.
Auch das Frankfurter Projekt „KiG - Kommunikation in Gefahrensituation" entstand vor dem Hintergrund dieser Ereignisse. Sein Initiator, Marco Ferreira (24), ist jedoch davon überzeugt, dass man bei der Brandschutz-Aufklärung nicht warten darf, bis ein Unglück passiert ist. „Man muss vielmehr vorbeugend tätig werden", erklärt der Student mit portugiesischen Wurzeln, der seit vielen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Fechenheim aktiv ist. Deshalb habe er ein Faltblatt entwickelt, das die wichtigsten Notruf-Regeln in sieben Sprachen (darunter Türkisch, Arabisch und Polnisch) handlich und kompakt zusammenfasst. „Der Flyer ist für Frankfurt einzigartig und wird den Zuwandererfamilien ab sofort zur Verfügung gestellt", so Ferreira. Dies geschehe zum Beispiel über Vereine oder Geschäfte, die von diesen stark frequentiert werden. Zudem plant er Informationsveranstaltungen, beispielsweise in Gemeindezentren.
Ausgangspunkt der Verteil-Aktion ist Frankfurt-Fechenheim, wo Ferreiras Präventionsarbeit im Rahmen des Stipendienprogramms „StadtteilBotschafter" der Stiftung Polytechnische Gesellschaft gefördert wird. „Dieses Programm richtet sich an junge Leute, die zwischen 17 und 27 Jahre alt sind und in ihrem Stadtteil eine eigene, gemeinnützige Idee verwirklichen wollen", erläutert Projektleiter Konrad Dorenkamp. „Erfolgreiche Bewerber werden von der Stiftung 18 Monate lang finanziell unterstützt, im Falle von KiG haben wir zum Beispiel die Übersetzungs- und Druckkosten übernommen." Werden die neuen Flyer in Fechenheim positiv aufgenommen, soll KiG zügig auf weitere Stadtteile ausgedehnt werden.
Von meinJournal










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